In stillem Gedenken

Erinnerungen

Der 13. Februar 2015 …

Für viele Dresdner ist dieser Tag nach wie vor ein Tag des Schweigens, denn an jenem 13. Februar vor 70 Jahren, im Jahre 1945, bombardierten die Bomber der Royal Air Force und der United States Army Air Forces weite Teile der Innenstadt der Barockstadt Dresden.

Alles begann an einem normalen Faschingsdienstag, als plötzlich gegen 21:45 Uhr Luftalarm gegeben wurde – bislang blieb Dresden weitgehend von Luftangriffen verschont. Die Angriffe der RAF und der USAAF begannen bei wolkenlosem Nachthimmel, gegen 22:03 Uhr wurde die Innenstadt mit sogenannten „Christbäumen“ ausgeleuchtet, woraufhin nur 2 Minuten später 9 britische Mosquitos rote Zielmarkierungen auf das gut sichtbare Stadion im Ostragehege abwarfen. Von 22:13 Uhr bis 22:28 Uhr fielen die ersten Bomben und setzten drei Viertel der barocken Altstadt in Brand. Dabei wurde auch das industriell bebaute Ostragehege zerstört. Auch der Hauptbahnhof, wurde hier getroffen, zu dem sich an diesem Zeitpunkt mehrere Hunderte bis Tausende Menschen aufhielten und in den Gewölben Schutz suchten …

Die Flammen der brennenden Innenstadt waren im weiten Umkreis zu sehen. Vor vielen Jahren berichtete mir mein ( inzwischen verstorbener ) Großvater, dass er mit seiner Familie auf die Hügel des Elbtals flüchten konnte und von dort das brennende Dresden gesehen hat. Manche Brände loderten noch 4 Tage lang …

Die zweite Angriffswelle

In der Nacht auf den 14. Februar erfolgte um 1:23 Uhr die zweite Angriffswelle, bestehend aus 529 britischen und einigen kanadischen Bombern. Sie warfen bis 1:54 Uhr etwa 650.000 Stabbrandbomben ( in etwa 1500 Tonnen, zusätzlich zu den 900 Tonnen, des ersten Luftangriffs ) über dem gesamten Stadtgebiet ab. Lediglich einige wenige Vororte blieben verschont, dennoch wurden viele historische Gebäude und der Stadtkern von Dresden zerstört. Ebenso schlugen viele Bomben in den großen Garten, sowie auf den Elbwiesen ein, wohin viele Menschen geflüchtet sind, nach dem ersten Angriff.

Durch den 2. Angriff wurde die Technik der ausgerückten Feuerschutzpolizei zerstört, woraufhin weitere Löschaktionen unmöglich wurden. So vereinten sich die vielen einzelnen Feuer zu einem orkanartigen Feuersturm, durch den ganze Straßenzüge zerstört wurden. In dieser extremen Hitze schmolzen Glas und Metall, der starke Luftsog wirbelte größere Gegenstände und Menschen umher oder zog sie ins Feuer hinein. Wer sich ins aus den Luftschutzbunkern ins Freie retten konnte, der, war dem Feuersturm und den detonierenden Bomben ausgesetzt …

Peter Hoffmann, 1932 in Dresden geboren, erinnert sich :

Uns empfing ein gewaltiger Feuersturm ausgelöst durch Luftsauerstoffmangel in der in Brand stehenden Stadt. Von den Dächern der stehen gebliebenen Häuser tropfte eine brennende Flüssigkeit. Schreiende Menschen, die wie Fackeln brannten, überholten uns und brachen zusammen, Wir konnten uns nicht auf den Füßen halten und krochen auf allen Vieren die Blumenstraße entlang bis zur Vogelwiese. Um uns war das totale Chaos.

Die Tagesangriffe

Zu den Tagesangriffen gibt es hier viele widersprüchliche Aussagen – speziell, was hier die Tiefflieger angeht. Wir verlassen uns hier aber nicht auf Wikipedia, sondern glauben eher den Menschen, denen wir diesen Artikel zu verdanken haben : Den Augenzeugen.

Am 14. Februar erfolgte von 12:17 bis 12:31 ein Angriff der USAAF, der aus 311 bis 316 Bombern und etwa 100 bis 200 Begleitjägern bestand. Sie warfen bei wolkenbedecktem Himmel über Dresden etwa nochmals 1.800 Sprengbomben und 136.800 Stabbrandbomben ab. Dabei wurde nochmals der Bahnhof und das Reichsbahnausbesserungswerk im Ortsteil Friedrichstadt getroffen, sowie das dortige Krankenhaus und umliegende Stadtteile.

Wir haben folgendes Zitat von Dieter Haubold, 1933 in Hasloh bei Hamburg geboren, gefunden, welcher die Tieffliegerangriffe, im Alter von 12 Jahren, mit eigenen Augen gesehen hat :

Es ging schon auf Mittag zu, als einige Jagdbomber aus allen Rohren feuernd sich förmlich auf die Flüchtlinge stürzten. Ein Inferno brach aus. Etwa 2 bis 3 Meter vor mir sah ich einen Mann, der sich umdrehte und nach seinem Hintern sah. Doch der war weg, jedenfalls der größte Teil. Ich sah einen großen Knochen hervorstehen, doch es floß kein Blut. Dann brach er zusammen. Andere lagen schreiend am Boden, Frauen und Kinder, viele ohne Köpfe, Arme und Beine.

Die Angreifer flogen so tief, daß man ihre bebrillten Köpfe in der Kanzel sah; d. h. sie mußten ebenfalls sehen, worauf sie mit ihren Bordkanonen und Maschinengewehren feuerten.

So setzten die „tapferen“ (eine Fliegerabwehr gab es nicht) anglo-amerikanischen Flieger ihrem nächtlichen Morden auf die friedliche Stadt Dresden noch einen drauf. Diese Wahrheit zeigen sie nicht in ihren Hollywoodfilmen.

Aus reinem Selbstschutz warfen mein Schulkamerad und ich die Wäschebündel der Flüchtlinge weg und rannten was wir konnten durch die Vorgärten in den nahen Wald.

Auch – der vorhin schon einmal zitierte Peter Hoffmann – schilderte ähnliche Erlebnisse :

Die Menschen versuchten so schnell wie möglich die Stadt zu verlassen, als würden sie ahnen, dass der nächste Angriff unmittelbar bevorstand. Dessen Vorboten, Langstreckenjäger, beschossen uns mit ihren Bordkanonen, jaulten im Tiefflug über uns hinweg, wendeten über dem ‚Blauen Wunder‘ und kamen zurück. Meine Mutter, die Brüder, ich und hunderte Dresdner wurden am Vormittag des 14.2.1945 von zwei Jagdflugzeugen Typ Mustang P51 D die Vogelwiese stadtauswärts gejagt. Da beide Piloten uns mehrmals angriffen, müssen sie gesehen haben, dass sie Zivilisten, Frauen und Kinder töteten. Offenbar gehörten Sie zu einer Staffel, die den Auftrag hatte den Luftraum über Dresden für den Mittagsangriff freizukämpfen. Da sie dort keine Gegner fanden, tobten sie sich an uns aus. Was mag in den Gehirnen dieser Piloten vorgegangen sein? Sie müssen allesamt Sadisten gewesen sein. Soviel zum „Mythos: Tiefflieger über Dresden“.

Durch die Hitze des Feuersturms und der im Innern stattfinden Brände in der Frauenkirche stürzte diese am 15. Februar um etwa 10:15 ein.

Der Luftangriff auf Dresden gilt als der schwerste Luftangriff auf eine Stadt im 2. Weltkrieg.

Bis heute streiten sich Historiker und Zeitzeugen um die genaue Anzahl der Opfer, es gilt allerdings folgende Dinge hierbei zu berücksichtigen : Meine Großmutter kam aus Schlesien und berichtete von einem überfüllten Hauptbahnhof, es muss wohl auch zu Jahresbeginn 1945 gewesen sein. Gleichzeitig galt Dresden nie als Garnisonsstadt – dies war nur bis zur Mitte des Krieges so, im Februar 1945 wurde aus Dresden vielmehr eine Lazarett- und Flüchtlingsstadt. Verschiedene über die Jahre erzählte Geschichten sprachen stets von etwa einer Million Menschen, die sich zur Zeit der Luftangriffe in Dresden aufhielten …

Unser Foto wurde auf der Kuppel der Frauenkirche aufgenommen und zeigt den Blick auf die Neustadt. Im vorderen Teil sieht man die Altstadt, ganz links das Dresdner Schloss und den Hausmannsturm, sowie die Kathedrale „Hofkirche“.

Im Stillen möchten wir allen Menschen der Luftangriffe gedenken, die während der Angriffe ihr Leben verloren. Ebenso möchten wir allen Frauen, Männern und Kindern danken, die beim Wiederaufbau Dresdens geholfen haben …

In stillem Gedenken,
Die Avalon Studios !

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