Friedensliebe

Erinnerungen

Aus gegebenem Anlass haben wir uns entschieden unseren wöchentlichen Header Richard von Weizsäcker zu widmen …

Doch wer war Richard von Weizsäcker ?

Geboren 1920, war er der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, zuvor regierender Bürgermeister von Berlin und Mitglied der CDU. Zugleich diente er seit Herbst 1938 in der Wehrmacht und war am 1. September 1939 mit seinem älteren Bruder ( starb am 2. September 1939 nur wenige hundert Meter von ihm entfernt ) am Polenfeldzug beteiligt. Er wurde während des Krieges verwundet, nahm jedoch im Sommer 1941 an der „Schlacht um Moskau“ teil. Im Laufe des Krieges wurde er mehrfach befördert und wurde unteranderem Adjutant des Regimentskommandeurs, was für die Soldaten des Regiments als „halbe Lebensversicherung“ bezeichnet wurde. Ab Februar 1943 nahm er an der Leningrader Blockade teil, welche vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 etwa 1,1 Million Menschen das Leben kostete …

Weizsäcker wurde im Laufe des Krieges zum Hauptmann der Reserve befördert und freundete sich eng mit dem im selben Regiment dienenden späteren Widerstandskämpfern des 20. Juli 1944 Axel von dem Bussche und Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg an, über die er von den Plänen des Claus Graf von Stauffenberg erfuhr. Im Januar 1945 vernichtete er einen Rückrufbefehl und schützte somit Hermann Priebe vor der Gestapo …

Zum Ende des Krieges, im April 1945, beging er Fahnenflucht und entkam somit der Gefangenschaft.

1945 nahm er ein Studium der Rechtswissenschaft, mit dem Nebenfach Geschichte in Göttingen auf, welches er 1950 mit dem ersten und 1953 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1955 promovierte er zum Doktor der Rechte ( Dr. jur. ). Während seines Studiums arbeitete er von 1947 bis Anfang 1949 als Assistent von Rechtsanwalt Hellmut Becker, welcher der Verteidiger seines Vaters bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen war …

Seit 1954 war Weizsäcker Mitglied in der CDU. Von 1966 bis zu seiner Wahl als Bundespräsident war er Mitglied des Bundesvorstandes. Bereits 1968 wurde er von Helmut Kohl zum ersten Mal als CDU-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen, jedoch unterlag er in einer Abstimmung deutlich. 1971 wurde Weizsäcker von Rainer Barzel zum Vorsitzenden der CDU-Grundsatzkommision berufen. Auf dem 22. Bundesparteitag im November 1973 stellte er die ersten Ergebnisse seiner zweijährigen Arbeit in der Grundsatzkommission vor und löste damit lebhafte Diskussionen aus …

1976 gehörte er dem Schattenkabinett von Helmut Kohl für die Bundestagswahl im selben Jahr an.

Mit seiner Wahl zum Bundespräsidenten 1984 ließ er seine Mitgliedschaft in der CDU ruhen und nahm sie auch nach dem Ende seiner Amtszeit 1994, nicht wieder wahr.

Im November 1982 wurde er zum zweiten Mal als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen und bei der Wahl am 23. Mai 1984 zum 6. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Bei der Wahl am 23. Mai 1989 wurde er in diesem Amt bestätigt …

Besondere Anerkennung erlangte er national, wie auch international mit seiner Rede vom 8. Mai 1985, in der er den 8. Mai 1945 als „Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ bezeichnete. Er trat für ein behutsames Zusammenwachsen der Blöcke Ost und West ein und mahnte in seiner Rede zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 : „Sich zu vereinen, heißt teilen lernen.“. In der Folgezeit übte Weizsäcker schwere Kritik an den deutschen Parteien, da er der Meinung war, dass sich der Einfluss der Parteien auf die gesamte Gesellschaft ausgeweitet habe. Das vorrangige Ziel der Parteien sei es, die nächste Wahl zu gewinnen und nicht langfristig die Probleme des Landes zu lösen …

Nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit als Bundespräsident 1994, engagierte er sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen.

Richard von Weizsäcker starb am 31. Januar 2015, im Alter von 94 Jahren.

Ruhe in Frieden Richard,
Deine Avalon Studios !

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